“Sprachenlernen leicht gemacht“ – Ein Überblick über die Birkenbiehl-Methode

“Sprachenlernen leicht gemacht“–

Ein Überblick über die Birkenbiehl-Methode

In diesem Buch geht es um die Sprachenlerntechnik von Vera F. Birkenbihl. Die Autorin hat über viele Jahre hinweg eine eigene Methode für das leichte Erlernen einer Sprache kreiert und stellt sie in diesem Buch vor. Sie beschreibt wie sie auf ihre Methode kam und weshalb sie diese im Vergleich zu anderen Methoden als sinnvoller erachtet.



Anfangs beschreibt sie erst mal die traditionelle Lerntechnik (Schullernen), wie sie entstanden ist und was die Nachteile davon sind. Was sie z.B. sehr verachtet ist das Vokabelpauken. Im nächsten Kapitel geht sie detailliert auf ihre eigene Methode (Birkenbihl-Methode) ein. Sie erklärt die Schritte ihrer Methode und gibt auch zahlreiche Beispiele.

Hier die vier Schritte ihrer Methode:

  • Schritt 1: Wort für Wort Übersetzung (Dekodieren). Bei diesem Schritt geht es darum den Text zu verstehen.
  • Schritt 2: Aktives Hören.
  • Schritt 3: Passives Hören.
  • Schritt 4: Aktivitäten. Zum Beispiel lesen, schreiben, sprechen, …

Die Wort für Wort Übersetzung aus Schritt eins könnte man als Kernelement der Birkenbihl-Methode bezeichnen. Einige Argumente der Autorin für diese Vorgehensweise scheinen auch nachvollziehbar. Ich glaube auch, dass die Methode je nach Lerntyp und Sprache auch einen mehr oder weniger großen praktischen Nutzen haben kann. Trotzdem wird man bei der praktischen Anwendung jedoch schnell auf Grenzen stoßen.

Ganz allgemein ist es nicht möglich für jedes Wort einer Sprache eine exakte Entsprechung in der anderen Sprache zu finden. Manchmal muss ein Wort durch einen längeren Ausdruck oder einen ganzen Satz wiedergegeben werden.

Gerade in der arabischen Sprache, in der man sehr auf die Kürze bedacht ist, wird dieser Umstand sehr deutlich.

Hier kann darauf hingewiesen werden, dass sie Autorin auch ein kleines Büchlein über das Erlernen der arabischen Sprache nach ihrer Methode verfasst hat. Auf dieses Buch und Beispiele für die erwähnte Problematik will ich in einer eigenen Rezension kurz eingehen.

Am Ende wird man erst dann richtige Vergleiche anstellen können, wenn man diese und andere Methoden längerfristig angewendet hat.




Auch zum Schritt des Passiven Hörens kann dies gesagt werden. In wie weit dieses beim Lernen einer Sprache oder anderer Inhalte einen nachweisbaren Nutzen hat, müsste erst gezeigt werden. Meines Wissens haben sowohl Amerikaner als auch Russen im letzten Jahrhundert zu diesem Thema Forschungen betrieben und kamen zu keinem nennenswerten Ergebnis.

Trotzdem scheint es plausibel, dass das Passive Hören dabei hilft, den Klang der Sprache kennen zu lernen und mit Aussprache und Struktur der Sprache vertraut zu werden.

Zu Schritt 4 bringt Birkenbihl in einem eigenen Kapitel ca. sechzig verschiedene Aktivitäten (Wortspiele usw.) die man je nach Interesse ausprobieren kann. Sie geht bei ihrer Methode auch auf die verschiedenen Vorlieben der jeweiligen Lerntypen ein. Beispielsweise ob man gerne schreibt oder lieber nicht und ob man Grammatik lernen will oder nicht.

In einem weiteren Kapitel bringt sie Erfahrungsberichte von Selbstlernern sowie Eltern und Lehrern, die ihre Methode ausprobiert haben und zu positiven Ergebnissen kamen.

Ebenso werden auch viele sprachliche Beispiele aus anderen Sprachen gebracht, vor allem aus dem Englischen aber auch aus dem Arabischen und Chinesischen.

Im letzten Kapitel geht die Autorin auf die am häufigsten gestellten Fragen ein und versucht diese zu beantworten.

Sie verweist auch häufig auf verschiedene Webseiten, unter anderem ihre eigene.

Fazit

Für mich ist dieses Buch sehr lesenswert und interessant. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Birkenbihl-Methode sehr hilfreich sein kann.

Im vorliegenden Buch ist die Methode grundlegend erklärt. In weiteren Rezensionen will ich noch auf darüber hinausgehende Informationen sprechen.

Was mich an diesem Buch ein wenig stört ist Birkenbihls Schreibweise. Ich finde ihre Ausdrucksweise und Wortwahl ein wenig übertrieben und sie erwähnt die gleichen Themen etliche Male in ihrem Buch. Das ist natürlich nicht nur bei diesem Buch der Fall sondern bei all ihren Büchern. Aber alles in allem ist es sehr interessant und lesenswert und ich würde es auf jeden Fall weiter empfehlen.




18. Juni 2019